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Todsicher




Todsicher
Markus A. Rothschild (Hrsg)
Verlag: Militzke
ISBN-10: 3861898055
ISBN-13: 978-3861898054
249 Seiten
19,90 Euro



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Rezension von Edelgard Kleefisch

Der Herausgeber Markus A. Rothschild hat gemeinsam mit anderen Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmedizinern 19 interessante, aber auch erstaunliche Fälle der Rechtsmedizin zusammengestellt. Das Buch vermittelt einen sehr guten Einblick über die Arbeit dieser Ärzte, die sich nicht nur mit der Aufklärung von unnatürlichen Todesfällen für die Rechtspflege beschäftigen. Denn fälschlicherweise werden durch die zurzeit boomenden Fernsehserien falsche Eindrücke über das Arbeitsgebiet der Rechtsmedizin vermittelt. Auch die Dokumentation und Beurteilung von Verletzungen bei lebenden Personen, beispielsweise die Untersuchung von Gewaltopfern nach Körperverletzungen oder Sexualdelikten, stellen einen ebenso wichtigen Teil der Rechtsmedizin dar.

Obwohl die Mediziner stellenweise dem gewohnten gutachterlichem Stil verfallen, liest sich das Buch doch sehr spannend. Es ist faszinierend mit welchen akribischen Untersuchungen und Analysen die Spezialisten die Todesfälle durchleuchten, denn bei den Opfern in diesem Buch handelt es sich fast ausnahmslos um Personen, die zu Tode kamen, sei es durch einen Unfall oder Gewalteinwirkung. Die Bilder, die ausgewählt wurden, um den Lesern einen Eindruck von der Verletzung, oder dem Fundort zu vermitteln, lassen sich anschauen, ohne Ekel oder Abscheu zu erregen. Die Schwarzweiss-Ablichtungen wirken hier zusätzlich dämpfend.

Um einige Fälle zu nennen:

Der Freitod eines Liebespaares. Das Auto, mit dem sich das Paar das Leben nahm, war mehr als 50 Jahre im Achensee verborgen. Die Verwandten waren erleichtert, endlich das Schicksal der Vermissten nach so vielen Jahren zu kennen.

Ein LKW-Fahrer verliert an einer roten Kreuzung eine Leiche, die er mehrere Kilometer mitgeschleift hat. Doch der Fahrer hat keinen Zusammenprall mit dem Opfer bemerkt.

Ein Mann, der sich mit dem Bein im Geländer verfangen hat und dort kopfüber hängen bleibt, kämpfte verzweifelt um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Die Mediziner gehen der Frage nach, wie er in diese Lage gelangen konnte und ob er sich die Verletzungen bei dem Sturz zugezogen hat.

Eine Frau findet beim Joggen einen toten Mann, dessen Körper seltsame abnormale Stellung der Wirbelsäule aufweist. Wie konnte es zu dieser ungewöhnlichen Verletzung kommen und warum ist ein Arm der Leiche deutlich kühler als der andere.

Eine junge Frau verfault in ihrem Bett. Ihre Eltern behaupten, dies nicht bemerkt zu haben. Ist es möglich, dass niemand einen derart extremen Verfall eines im Haushalt lebenden Familienmitgliedes nicht bemerkt?

Das Buch zeigt, dass Verbrechen mit Hilfe von DNA-Analysen weitestgehend aufgeklärt werden können. Ein DNA-Code eines Verdächtigen beträgt 1:500 Mio., also in etwa passend auf 12 Personen in Europa. Dass diese alle zufällig am Tatort gewesen sein können, ist also unmöglich.


Das Buch ist aufklärend und für Kriminal-Autoren eine gute Recherche-Quelle.


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