Buechertitel.de - Bücher Shop

Perfektion




Perfektion von Michaela Rabe

erschienen im fredeboldundfischer Verlag
ISBN-10: 3939674117
ISBN-13: 978-3939674115
576 Seiten


Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
amazon.de
bol.de


Klappentext:

Es gibt kein Entkommen: er plant, erlauert - dann schlägt er zu!

Gleichmäßige Schnitte, immer exakt an den selben Körperstellen angebracht, überziehen die Körper der Frauen, die innerhalb weniger Wochen in Los Angeles ermordet aufgefunden werden. Der Täter nimmt sich Trophäen, trennt einzelne Körperteile ab und lässt seine Opfer leicht betäubt, aber bei vollem Bewusstsein, schlicht und einfach verbluten.
Darüber hinaus verwertbare Spuren hinterlässt er nicht. Es gibt keine Zeigen, keine Verbindungen zwischen den einzelnen Opfern, auch ein Motiv ist nicht erkennbar. Den ermittelnden Detectives Lincoln Silver und seinem Partner Bob Payton läuft die Zeit davon. Dann aber ändert der Killer auf einmal die Spielregeln und macht damit seinen ersten Fehler, denn seine nächsten Opfer sind Frauen, die Silver sehr nahe stehen....


Trailer zum Buch



Rezension von Edelgard Kleefisch

Schauplatz von Michaela Rabes Buch Perfektion ist L.A. Ein Serienmörder treibt dort sein Unwesen. Seine Opfer sind schöne junge Frauen, die er bestialisch zurichtet. Mit einem Skalpell führt er an ihnen immer die gleichen Schnitte aus, immer an denselben Körperstellen und jedes Mal nimmt er als Souvenir ein Körperteil mit. So zugerichtet gibt es für sie keine Hoffnung und der Tod durch Verbluten tritt nur sehr langsam ein. Detective Lincoln Silver und sein Partner Bob ermitteln in diesem Fall. Bei einem Fotoshooting lernen sich Silver und die attraktive Polizeifotografin Ana kennen. Die Ermittlungen in dem Fall stellen ihre Beziehung auf eine harte Probe, denn der Täter bewegt sich immer näher im Umfeld der beiden und auch Ana scheint er ins Visier genommen zu haben.

Michaela Rabe hat bewiesen, dass ein guter Romantic Suspense durchaus auch von einer deutschen Autorin sehr spannend und fesselnd sein kann. Zwar werden in diesem Genre immer noch amerikanische Thriller-Autorinnen bevorzugt, aber vollkommen zu unrecht. Die Autorin hat einige Zeit in Amerika gelegt, und ist daher mit den amerikanischen Verhältnissen vertraut. Der von ihr vorgelegte Roman hat alles was ein Romantik-Thriller verlangt. Gefühl, Erotik, aber auch jede Menge Spannung und Nervenkitzel. Es ist erstaunlich, wie es die Autorin versteht, Spannungen aufzubauen und wieder in einen flacheren Stil zurückzufallen, ohne einen den Leser zu langweilen. Sie fühlt sich in diesem Genre sehr wohl und das spürt man. Der Plot ist gut durchdacht und die Protagonisten sind ausgezeichnet charakterisiert. Dieses Buch ist aber keinesfalls für sensible Gemüter. Die Szenen, in denen der Täter seine Opfer quält, sie ihm hilflos ausgeliefert sind, gehen schon sehr an das Gemüt. Dass dies so ist, spricht für die Autorin, die sich ganz auf ihre Aufgabe konzentriert hat, und ihr Instrument Sprache und Ausdruck so geschickt einsetzt hat, dass das Gelesene als Film ablaufen kann. Sie schafft es auch sehr geschickt, den Leser bis zum Schluss im Unklaren über Tatmotive und Täter zu lassen.

Fazit: Perfekte Unterhaltung. Wer dieses Buch gelesen hat, wird sehr ungeduldig auf eine Neuerscheinung der Autorin warten.

News des Verlages:
Die "neue Tess Gerritsen": Perfekter Start für Michaela Rabes "Perfektion"

Wahnsinnsstart für Michaela Rabe, vielen auch bekannt unter dem Namen Michelle Raven. Die Erstauflage Ihres aktuellen Thrillers „Perfektion“ ist seit dem offiziellen Verkaufsstart am 02. November 2007 bereits nach zwei Wochen restlos verkauft! Zur Pressemitteilung



Rezension von Olga A. Krouk

Perfektion ...

... liegt im Auge des Betrachters. Und ein grausamer Serienkiller versucht der „Stadt der Engel" - Los Angeles - seine Vorstellung von Schönheit aufzuzwingen.
Lincoln Silver, gerade von Chikago nach Los Angeles gezogen, wird von den grausamen Taten zu tiefst erschüttert. So etwas hat er in seiner beruflichen Laufbahn noch nie gesehen. Je näher er in seinen Ermittlungen dem Mörder kommt, desto persönlicher wird dieser. Bald schwebt Ana Terrence, für die Silver mehr empfindet, als er eigentlich sollte, in Gefahr.


Spannend, sinnlich, preisgekrönt
Dieser Roman hat 2008 den Delia-Preis gewonnen. Eine Liebesroman-Auszeichnung für einen Thriller? Ja, und das absolut zurecht. Der Leser wird Zeuge nicht nur einer spannenden Geschichte um einen grausamen Mörder, sondern kann eine wunderbare Liebesgeschichte verfolgen, die zwischen Ana und Silver entfachtet. Schon bei der ersten Begegnung knistert es zwischen den beiden Hauptfiguren. Sinnlich, aber ohne Kitsch, wird die erotische Szene bei einem Foto-Shooting erzählt. Michaela Rabe zeigt, dass sie zurecht als Meisterin der deutschen Romantic Suspense gefeiert wird.


Aber auch die Thriller-Leser kommen auf ihre Kosten. Bereits auf den ersten Seiten erlebt man eine schaurige Begegnung mit dem Killer und schon bald bangt man um die Figuren und sucht zusammen mit ihnen nach Spuren und Hinweisen.
„Perfektion" bietet somit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte und einem rasanten Thriller dar.


„Perfektion" - fast perfekt?
Will man nach den Mängeln des Buches suchen, ist das keine einfache Angelegenheit. Vielleicht hätte die Suche nach dem Mörder nicht so im Dunkeln verlaufen sollen, damit der Leser besser mitraten und die Spuren verfolgen könnte. Ein paar Hinweise hier und da, ein paar falsche Fährten mehr hätten dem Buch gut getan. So trifft das Ende einen fast schon zu überraschend. Dennoch bleibt „Perfektion" eine spannende Lektüre, die man kaum aus der Hand legen kann.

Fazit: Romantic Suspense aus einer deutschen Feder? Ja, das funktioniert! Michaela Rabe beherrscht dieses Genre wie keine andere deutsche Schriftstellerin.

Leseprobe
Mit freundlicher Genehmigung des fredeboldundfischer Verlages.
www.fredeboldundfischer.de

Seiten 2-4

Sie erwachte vom vertrauten Druck starker Arme, die sich um ihren Oberkörper schlangen. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie sich enger in die Umarmung schmiegte. Etwas strich kurz über ihr Ohr und verschwand wieder. Die Arme zogen sich fester zusammen, bis die Berührung fast schmerzhaft war.
„Stuart?“ Ihre Stimme klang rau und atemlos. Sie wartete auf eine beruhigende Antwort, erhielt aber keine. Vielleicht schlief er schon so tief, dass er gar nicht bemerkte, was er tat. Sie versuchte, die Umklammerung etwas zu lockern, doch es gelang ihr nicht. „Stuart, wach auf!“ Was energisch klingen sollte, kam als erbärmliches Krächzen heraus.
Mühsam regulierte sie ihre viel zu schnelle Atmung und entspannte ihre Muskeln. Ihre Beunruhigung ließ nach, als sich die Umklammerung lockerte und sie wieder frei atmen konnte. Bisher hatte sie Stuarts Stärke immer als angenehm empfunden, doch nun hatte sie zum ersten Mal gemerkt, dass sie auch bedrohlich sein konnte. Sie würde später mit ihm darüber reden. Ihre Lider wurden schwerer. Später ...
Ein leises Zischen war zu hören, einer der um sie gelegten Arme verschwand. Sie riss die Augen auf, sah aber nur die rot leuchtenden Ziffern ihres Weckers, der Rest des Schlaf- zimmers lag im Dunkeln. 2:25 Uhr. Sie versuchte, sich umzudrehen, worauf sich Stuarts Arm noch fester um sie schlang und sie daran hinderte. Also war Stuart auch wach.
„Ich finde das nicht mehr lustig, lass mich endlich los und sprich mit mir!“
Doch die einzige Antwort war eine Hand, die nach der ihren griff und ihren Arm anhob. Erregung kämpfte mit Verärgerung um die Vorherrschaft. Bisher hatte sie Stuarts fantasievolles Liebesspiel immer genossen, aber diesmal würde sie es ihm nicht so leicht machen. Ein scharfer Stich in ihrer Achselhöhle riss sie aus ihren Gedanken.
„Au, lass das endlich! Bist du denn völlig verrückt geworden?“ Mit einer ruckartigen Bewegung befreite sie sich endgültig aus seiner Umarmung und rutschte Richtung Bett- kante. Sie stand kein bisschen auf Schmerzen, das wusste er genau.
Schlagartig erkannte sie, dass es nicht Stuart war, der mit ihr im Bett lag. Er konnte es nicht sein, denn sie hatten gestern Abend noch miteinander telefoniert. Seine Geschäfts- reise würde bis morgen dauern, und er … roch anders. Furcht breitete sich in ihr aus. Schwindelgefühl setzte ein und sie schaffte es kaum noch, sich aufrecht zu halten. Schwankend saß sie auf der Bettkante und versuchte, aufzustehen, doch es gelang ihr nicht. Ihre Muskeln gehorchten ihr nicht mehr, dennoch beherrschte sie nur ein einziger Gedanke: Flucht! Eine letzte Kraftanstrengung, aber ihre Beine versagten und sie kippte nach vorne. Die Ziffern des Weckers kamen näher, dann schlug ihr Kopf gegen die Kante des Nachttischs. Der danach einsetzende Schmerz war das letzte, was sie wahrnahm, bevor es dunkel um sie wurde.
Sie schien auf einer Wolke zu schweben und ihren Körper verlassen zu haben. Mühsam versuchte sie, sich daran zu erinnern, was geschehen war. Schmerz pochte in ihrem Kopf und durchdrang den Nebel. Sie wollte ihren Arm heben, um nach der Ursache dafür zu forschen, doch sie konnte ihn nicht bewegen. Erinnerungsfetzen tauchten auf. Ein Druck auf ihrer Brust. Ärger. Angst. Das Gefühl zu fallen. Ihr Kopf explodierte. Sie lag nicht mehr in ihrem Bett. Wo war sie? Sie versuchte, sich aufzusetzen, doch ihr Körper versagte erneut den Dienst. Angst schnürte ihr die Kehle zu. Hatte sie sich beim Sturz aus dem Bett etwa das Rückgrat verletzt? Alles, nur das nicht! Sie wollte um Hilfe rufen, doch sogar ihre Stimmbänder schienen gelähmt zu sein. Stuart, hilf mir! Die Erinnerung, dass er nicht hier war, nie da gewesen war, ließ Panikwellen durch ihren Körper fließen.
Aber wenn es nicht Stuart war, wer dann? Er hatte ihren Arm hochgehoben, und danach hatte sie einen seltsamen Stich in ihrer Achselhöhle gespürt. Drogen? Etwas zupfte an ihrem Bein, wanderte höher. Es war eindeutig jemand bei ihr, sie hatte sich das Ganze nicht eingebildet. Andererseits besaß niemand außer ihr und Stuart einen Schlüssel zum Haus. Aber während es vorhin noch vollkommen dunkel gewesen war, drang nun ein Lichtschimmer durch ihre halb geschlossenen Augenlider. Tränen traten ihr in die Augen. Was geschah nur mit ihr? Es war mitten in der Nacht, sie war gelähmt und irgendjemand berührte sie, machte mit ihr was er wollte und sie konnte nichts dagegen tun. Entsetzen schnürte ihr die Kehle zu.
Mit äußerster Kraftanstrengung gelang es ihr, den Kopf ein winziges Stück zur Seite zu drehen. Ihre Schreibtischlampe stand neben ihr auf dem Boden, sie konnte die Hitze des Lichtstrahls auf ihrem Bauch spüren. Wieder ein Ziehen und Gleiten, diesmal in Höhe ihres Magens. Was war das? Ein Luftzug strich über ihre Haut. Angst lähmte ihr Denken, ließ ihr Herz rasen. Ihr Blick irrte durch den schwach beleuchteten Raum. Wer auch immer bei ihr war, musste sie ins Wohnzimmer gebracht und auf den Holzfußboden vor dem Kamin gelegt haben. Oder hatte sie sich selber hierher geschleppt, bevor sie ohnmächtig geworden war? Unmöglich. Das Ziehen wanderte weiter nach oben, jetzt war es an ihren Brüsten.
Neben der Lampe lag ein schwarzer Gegenstand, der wie ein Lederetui aussah. Etwas näherte sich ihrem Gesicht und drehte ihren Kopf, sodass sie direkt an die Decke starrte. Bitte, ich will etwas anderes sehen als weißen Putz! Ich bin wach, hilft mir denn niemand! Doch ihre Stimme hallte nur in ihrem Kopf, ohne nach außen zu dringen. Der Lichtstrahl wanderte, bis er genau auf ihrem Gesicht lag. Sie versuchte, die Augen zu schließen, doch auch das gelang ihr nicht. Etwas berührte ihr Kinn, strich darüber, dann über ihre Wangen, die Lippen, die Nase, Augen und Stirn. Zuletzt umkreiste es ihre Ohren und verschwand.
Sie hörte ein leises Knacken, so als hätte jemand einen Druckknopf geöffnet. Kurz darauf verschwand das Licht und wurde wieder durch einen schwachen Schimmer ersetzt. Gott sei dank, ihre Augen brannten bereits. Erneut fühlte sie einen Druck an ihrem Schenkel. Nicht noch einmal! Der Gedanke verflüchtigte sich, als ein scharfer Schmerz durch ihr Bein fuhr. Ein weiterer Schrei ertönte in ihrem Kopf. Die Innenseite ihres Oberschenkels brannte wie Feuer, aber sie konnte nichts dagegen tun. Ein Pressen an ihrem anderen Schenkel, dann wieder der Schmerz. Großer Gott, was tat er da? Der Schmerz wanderte nach oben, auf ihre Hüfte zu. Nein! Aufhören! Sie musste ihn aufhalten, konnte sich aber nicht bewegen, so sehr sie es auch versuchte. Tränen rannen über ihre Schläfen und verloren sich in ihren Haaren. Eine Hand in einem Latexhandschuh erschien vor ihren Augen und bedeckte sie. Ihre Lider schlossen sich und sie blieb in der Dunkelheit zurück. Aber sie hatte das Blut am Handschuh gesehen und Panik raste durch ihren Körper, dicht gefolgt von alles überwältigendem Schmerz.










Ihr Kommentar

Suche

Benutzerdefinierte Suche