|

Kempiski erobert Berlin Horst Bosetzky Verlag: Jaron Verlag ISBN-10: 3897736403 ISBN-13: 978-3897736405 366 Seiten 19,95 Euro
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:

|
Rezension von Romy Bigalke
Wer hat nicht schon vom legendären Kempinski gehört? Kempinski wird mit
Hotel,
eine luxuriöse Ausstattung und Wohlstand sowie feinem Essen und
exquisitem Leben
verbunden. Welche Geschichte steht dahinter, welcher Kampf?
Der Begründer; Berthold Kempinski, wurde in Raschkow geboren. Dies ist
ein
kleiner Ort im heutigen Polen. Damals lebten Deutsche und Polen
gemeinsam, wenn
auch nicht immer friedlich, im Gebiet Posen. Bereits Bertholds Vater war
Weinhändler und der junge Kempinski von Anfang an interessiert an Weinen
und dem
Umgang mit Kunden. Nach der Schulzeit begibt er sich auf Wunsch seiner
Mutter
zur Lehre in die Weinhandlung seines älteren Bruder Moritz. Dieser hatte
in
Breslau den Handel unter dem Namen "M. Kempinski & Co." begründet.
Moritz Kempinski war bereits in früheren Jahren sehr streng mit seinem
Bruder
Berthold und dominierte ihn stark. So verwundert es nicht, dass im
Letzteren der
Wunsch nach einem eigenen Weinhandel heranwuchs. Gemeinsam mit seiner
Frau
Helene wagt er den Schritt nach Berlin und baut über Jahrzehnte hinweg
ein
Imperium auf. Die Grundidee ist gehobener Lebensstil zu Preisen, die
sich jeder
Bürger leisten kann. Sein Neffe Hans und sein Schwiegersohn Richard
Unger
steigen in das Geschäft "M. Kempinski & Co." ein und führen es nach
Bertholds Tod gemeinsam mit Richards Sohn Dr. Friedrich Wolfgang und dem
Neffen
Dr. Walter Unger weiter. Sie bringen Kempinski bis auf die Spitze des
Ruhms, wo
sie es mit Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht mehr halten
können.
Zudem werden ihnen mit der Arisierung alle Rechte an "M. Kempinski &
Co." genommen. Als Juden emigriert die Familie Kempinski/ Unger bis auf
Dr.
Walter Unger nach London und Amerika. Letzter harrt in Berlin aus, um
Kempinski
nach dem Krieg wie Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. Doch dazu
kommt
es nicht mehr. Dr. Walter Unger stirbt im KZ. Dr. Friedrich Wolfgang
Unger
kämpft nach Ende des Krieges um die Rückgabe der Grundstücke an die
Familie.
Horst Bosetzky hat die Hintergründe der Familie Kempinski/ Unger, soweit
es ihm
möglich war, recherchiert und Literaturhinweise im Anhang aufgeführt.
Durch die
Kreativität und Phantasie des Autors wird somit aus der historischen
Geschichte
ein Familienroman, der Fakten mit Erfundenem verbindet.