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Interview mit Horst Eckert
Horst Eckert studierte Politische Wissenschaften. 15 Jahre lang war er als Fernsehreporter (u. a. WDR-Regionalfernsehen, Tagesschau, Vox, RTL-Nachtjournal) tätig, heute ist er hauptberuflich freier Schriftsteller. 1995 erschien sein erster Kriminalroman Annas Erbe. Bis heute folgten 9 weitere Romane, mehre Kurzgeschichten und eine Kriminalerzählung. Horst Eckert lebt in Düsseldorf. Er erhielt viele Auszeichnungen (Liste unvollst.): Für Aufgeputscht erhielt er 1998 den Marlowe Preis. Für Die Zwillingsfalle 2001 den Friedrich-Glauser-Preis der „Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur - das Syndikat", für den er darüber hinaus mehrere Male nominiert wurde. Weitere Informationen: www.horsteckert.de
Buechertitel.de: Ihr Thriller Sprengkraft wurde von der Presse in den höchsten Tönen gelobt. Stellen Sie uns doch bitte einmal das Buch kurz vor. Horst Eckert: Es geht um das komplizierte Mit-, Neben- oder auch Gegeneinander der Kulturen. Islamisten planen einen Anschlag, Rechtspopulisten hetzen gegen Muslime und die Polizei jagt einen Mörder. Als plötzlich eine Bombe hochgeht, steht die Republik kopf ... Buechertitel.de: Sie haben mehrere Preise gewonnen. Ihre Bücher erscheinen in hohen Auflagen. Haben Sie ein Erfolgsrezept? Horst Eckert: Wenn das so einfach wäre, bräuchte ich nicht durchschnittlich zwei Jahre für einen Roman. Um trotzdem zu versuchen, es auf eine Formel zu bringen: Spannung, Konflikte, überraschende Wendungen und aktive, glaubwürdige Figuren. Die Motivation des Mörders ist wichtiger als eine originelle Todesart oder ein ausgefallener Tatort. Das Privatleben der Ermittler interessiert mich dann, wenn es mit dem Fall verknüpft ist. Und außerdem ist ein guter Krimi mehr als nur die Suche nach dem Mörder. Es geht um die Brüche in der Gesellschaft, um die Abgründe in uns selbst. Ich versuche, mich klar und treffend auszudrücken. Dabei schiele ich nicht auf „den Leser", sondern orientiere mich danach, was ich selbst gern lesen würde, denn nur das kann ich auch gut schreiben. Und wenn meine Frau mich beim Gegenlesen des Manuskripts auffordert, schneller zu schreiben, weil sie möglichst rasch wissen will, wie's weitergeht, dann bin ich auf einem guten Weg. (Mehr zu diesem Thema erzähle ich bei den Seminaren, die ich gelegentlich gebe.)
Buechertitel.de: In einem Interview mit John Irving habe ich gelesen, dass er seine Bücher handschriftlich verfasst. Könnten Sie sich vorstellen ohne moderne Technik auszukommen? Horst Eckert: Nein. Buechertitel.de: Welche Frage vermissten Sie bisher in den Interviews? Horst Eckert: Keine. Jedes Interview ist unterschiedlich. Buechertitel.de: In einer Kolumne bei Focus-online geben Sie in unregelmäßigen Abständen Buchempfehlungen. Welche Bücher gehören zu Ihren Favoriten? Horst Eckert: Im letzten Jahr gefielen mir Giampaolo Simi („Camorrista") und Don Winslow („Frankie Machine") besonders gut. In diesem Jahr „Die Stunde des Schakals" von Bernhard Jaumann und „Bad Fucking" von Kurt Palm. Buechertitel.de: Eine Frage, die wohl jeden Schreibenden interessiert. Kennen Sie Schreibblockaden, und wie gehen Sie damit um? Horst Eckert: Blockaden kenne ich nicht, aber Phasen, in denen es nicht rund läuft und ich unzufrieden mit meiner Arbeit bin. Der beste Weg, den Roman wieder in die Spur zu bekommen, besteht darin, das Manuskript auszudrucken, am Text zu arbeiten und dabei nebenbei einen besseren Blick auf die Figuren zu gewinnen. Darum geht es letztlich: sich so gut wie möglich einzufühlen. Buechertitel.de: Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Interview. Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de. Informationen zu den nächsten Schreibseminaren von Horst Eckert:
"Wie erzeuge ich Spannung?" - Wochenend-Workshop für angehende Krimiautoren
mit Horst Eckert. "Wie erzeuge ich Spannung?" - Wochenend-Workshop für angehende Krimiautoren mit Horst Eckert. Teilnahmebedingungen und Anmeldung: areichart@leseziel.de, Literaturhotel Franzosenhohl, Danzweg 25 |
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