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“Die Zahl ist das Wesen aller Dinge"




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Daniela Larcher wurde 1977 in Bregenz geboren. Sie studierte Prozess- und Projektmanagement und Archäologie. Anschließend war sie in der Werbebranche tätig. 2006 zog sie für ein Jahr nach New York und ist seit Juli 2007 wieder zurück in Wien, wo sie derzeit im Eventbereich arbeitet. „Die Zahl“ ist ihr erster Roman.

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"Die Zahl ist das Wesen aller Dinge"


VON DANIELA LARCHER

"Die Zahl ist das Wesen aller Dinge", sagte einst der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras. Dieses Zitat hat mich neugierig gemacht und so habe ich mich ein wenig näher mit Zahlen und ihrer Bedeutung beschäftigt. Bei meiner Recherche ist mir eine Zahl ganz besonders ins Auge gesprungen - die Zwölf. Eine Zahl wie jede andere, denkt man - jedoch begegnet einem die Zwölf bei genauerer Betrachtung häufiger, als man glaubt. Wie es scheint, spielt sie in so gut wie allen Epochen der Menschheitsgeschichte, in den verschiedensten Kulturen der Welt und in den unterschiedlichsten Disziplinen der Wissenschaft eine wichtige Rolle. Hier einige Beispiele:
Beginnen wir bei unserer Zeitrechnung: Unser Jahr wird in zwölf Monate unterteilt (der Mond durchläuft pro Sonnenjahr zwölf volle Mondphasen). Von dieser Einteilung kommt man zu einer Gliederung des Sonnenumlaufs in zwölf Tierkreiszeichen. Weiters wird unser Tag in jeweils zwölf Tag- und zwölf Nachtstunden geteilt.
Aber nicht nur unsere Zeit, sondern auch wir selbst bestehen aus Zwölfen. Die gesamte sichtbare Materie ist nämlich aus zwölf Elementarbausteinen, den sogenannten Fermionen, aufgebaut.
In der chinesischen Heilkunde fließt die Lebensenergie (Chi) in Energiebahnen, sogenannten Meridianen, durch unseren Körper. Damit jedes Organ mit Lebensenergie versorgt wird, benötigt der Mensch zwölf dieser Meridiane. Aber nicht nur in der traditionellen chinesischen Heilkunde spielt die Zwölf eine wichtige Rolle, sondern auch in der fernöstlichen Astrologie. Auch dort gibt es zwölf Tierkreiszeichen, die aber im Gegensatz zu unseren, nicht nach Monaten, sondern nach Jahren eingeteilt werden.
Die Flagge der EU zählt zwölf Sterne. Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass dies mit den zwölf Gründungsstaaten zu tun hat, was aber nicht stimmt - die Flagge zeigt zwölf Sterne, weil die Zwölf traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit ist.
So sieht das auch das Christentum. Es bezeichnet die Zwölf als heilige Zahl, da sie die Begegnung von Gott (Drei: Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist) multipliziert mit der Zahl der Welt (Vier: vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten, vier Elemente) symbolisiert. Jesus kam im Alter von zwölf Jahren das erste Mal in den Tempel. Weiters findet man in der Bibel zwölf Apostel, zwölf Stationen des Kreuzwegs, zwölf Propheten, die zwölf Stämme Israels, die zwölf Tore des himmlischen Jerusalems, usw.
Auch in anderen Religionen und im volkstümlichen Aberglauben findet man die Zwölf: Im Alter von zwölf Jahren wird z.B. bei den Juden die Bar Mizwa (Beschneidung) begangen und im Islam werden zwölf Imame verehrt. In den Rauhnächten, den zwölf Nächten zwischen Heiligabend und den Heiligen Drei Königen, steht nach dem Volksglauben das Geisterreich offen, was dazu führt, dass dämonische Wesen und die Seelen von Verstorbenen erscheinen können.
Aber nicht nur in der heutigen Zeit, sondern auch in unserer Geschichte finden wir viele bedeutende Zwölfen. Beispielsweise war ein wichtiges Werkzeug früherer Baumeister eine in zwölf Teile gegliederte Schnur. Bildet man damit ein Dreieck mit den Seitenlängen drei, vier und fünf ergibt das einen rechten Winkel zwischen den beiden kürzeren Seiten. Bereits beim Bau der Pyramiden wurde diese Technik eingesetzt.
Bei den alten Griechen gab es zwölf Titanen, Herkules musste zwölf Arbeiten erledigen und im Olymp regierten zwölf Götter. Auch in der römischen Mythologie besteht das herrschende Göttergeschlecht aus zwölf Weltenlenkern. Die Asen sind die bestimmenden Götter in der nordischen Mythologie - auch sie sind zu zwölft.
Homers Odyssee ist in zweimal zwölf Verse aufgeteilt. Odysseus startet seine Fahrt nach Troja mit zwölf Schiffen. Homer schreibt weiter von zwölf gewölbten Gemächern aus Marmor, zwölf stattlichen Kühen in einem Tempel und zwölf gehenkelten Krügen Wein. Odysseus geht mit zwölf Männern an Land und muss einen Pfeil durch zwölf Äxte schießen. In der Ilias tötet Achilles zwölf Jünglinge als Sühneopfer für seinen Freund Patroklos. Er misshandelt zwölf Tage lang den Leichnam von Hektor und bewilligt später zu dessen Bestattung eine zwölftägige Waffenruhe.
Ich könnte noch seitenlang weiter erzählen: von der Bedeutung der Zahl Zwölf im Märchen, von den zwölf Rittern der Tafelrunde, den zwölf Paladinen von Karl dem Großen, den zwölf Gefährten mit denen Siegfried im Nibelungenlied nach Worms aufbrach, den zwölf Brustwirbeln, den zwölf Geschworenen, der Zwölf in den Prophezeihungen des Nostradamus, usw., aber das würde hier absolut den Rahmen sprengen.
Mich hat die Vielfalt der Zahl Zwölf jedenfalls so sehr fasziniert, dass sie in meinem Debütroman "die Zahl" als Mordmotiv fungiert und Chefinspektor Otto Morell 432 Seiten lang ordentlich auf Trab hält.




Veröffentlichtung:


die-zahl
Die Zahl

Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3596182417
ISBN-13: 978-3596182411
432 Seiten
8,95 Euro



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Klappentext:

Eine Leiche hinter der Kirche. In einem idyllischen Dorf in den Tiroler Bergen. Und auf der Stirn des Toten: eine Zwölf.
Chefinspektor Morell, 40 Jahre, 1,95 m groß, passionierter Hobbykoch und Gärtner, hat sich von Wien in die Provinz versetzen lassen, um keine Gewaltverbrechen mehr bearbeiten zu müssen. Doch mit seinem beschaulichen Leben ist es jäh vorbei, als eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden wird. Morell ist erschüttert und beginnt fieberhaft zu ermitteln. Doch dann wird die nächste Leiche gefunden - wieder mit einer Zwölf ...


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