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Die Wachsmalerin




Die Wachsmalerin
Sabine Weiß
Verlag: Marion Von Schröder
ISBN-10: 354771124X
ISBN-13: 978-3547711240
416 Seiten
19,90 Euro



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Rezension von Edelgard Kleefisch

Marie Grosholtz und ihre Mutter Anna suchen in den Wirren der Französischen Revolution Unterschlupf bei Dr. Curtius. Ihre Mutter soll dort den Haushalt führen. Die kleine Marie ist zunächst nicht begeistert ihren geliebten Großvater verlassen zu müssen. Aber in Straßburg können sie keinesfalls bleiben. Ihr Großvater und Vater üben den Beruf des Scharfrichters aus. Marie wird deshalb als Henkersblag beschimpft und auch massiv attackiert.

Dr. Curtis ist ein angesehener Wachskünstler, der genausten darauf achtet, welche Persönlichkeiten das Volk gerade verehrt. Schnell werden Abdrücke genommen und im Kabinett ausgestellt. Marie ist von dieser Kunst fasziniert und als Curtius, den sie Onkel nennt, dies bemerkt, unterweist er sie in dieser Kunst. Marie stellt sich sehr geschickt an und ihr Onkel überträgt ihr immer mehr Verantwortung für das Kabinett, in dem die Wachsfiguren ausgestellt werden.

Als die Finanznöte im Land immer größer werden, kommt es zu Unruhen. Auch Marie und Dr. Curtius sind in Gefahr. Sie dürfen sich keine Fehler erlauben, um ihre wahre Gesinnung erkennen zu lassen. Marie ist so manches Mal gezwungen von den Köpfen Hingerichteter einen Abdruck zu fertigen. Sie erträgt dies mit ungemeiner Stärke für den Erhalt des Kabinetts und für ihr Leben, sowie das von Dr. Curtius und ihrer Mutter.

Sabine Weiß hat einen sehr monumentalen Roman um Marie Grosholtz, der späteren Madame Tussaude geschaffen. Sie schildert in ihrem Buch nicht nur Tussauds facettenreiches Leben, sondern sie konfrontiert den Leser auch mit der Französischen Revolution in aller seiner Härte und Grausamkeit. Hinrichtungen mit der Guillotine, Unruhen in der Bevölkerung, Nationalversammlung, der Sturz Ludwig des XVI., der Sturm auf die Tuillerien, viele dürften sich hierbei an den Geschichtsunterricht erinnern. Sabine Weiß lässt diese historische Zeit anschaulich evident werden. Der Charakter von Marie ist sehr greifbar geformt. Auch wenn die Autorin sich mit einem Lebensabschnitt von Madame Tussaude beschäftigt, über den es fast keine Aufzeichnungen gibt, kann man durch den vermittelten historischen Sachverhalt, das Buch als anspruchsvoll bezeichnen.

Das Debüt macht auf jeden Fall neugierig auf weitere Veröffentlichungen der Autorin. Wünschenswert wäre meines Erachtens ein Personenregister im Anhang gewesen, da der Leser doch mit sehr vielen Persönlichkeiten vertraut wird.


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