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Die Tulpe des Bösen




Die Tulpe des Bösen
Jörg Kastner
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426662620
ISBN-13: 978-3426662625
464 Seiten
19,95 Euro



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Rezension von Olga A. Krouk

Amsterdam 1671 erholt sich vom Tulpenwahn, der das Land fast an den Rand einer Katastrophe gebracht hat. Die schöne Blume wird von einigen gehasst, von den anderen verehrt. Da geschehen rätselhafte Morde in Niderlandes Hauptstadt. Jeremias Katoen muss die Verbrechen um jeden Preis aufklären, denn die so genannte Tulpe des Bösen ist imstande, sein Land ist Verderben zu stürzen.


In einer schönen, routinierten Sprache, die sehr zu einem historischen Roman passt, erzählt Jörg Kastner die Geschichte um die seltsamen Morde, die Amsterdam in Atem halten. Der Roman liest sich flüssig und der spannende Einstieg in das Buch fesselt sofort die Aufmerksamkeit des Lesers.
Doch mit der Zeit lässt der anfangs positive Eindruck nach. Die Charaktere sind sehr stereotypisch gezeichnet und ihre Motivationen nicht ausreichend dargestellt, was bei ihren Handlungen einen gekünstelten Eindruck hervorruft. Historische Informationen werden in den dadurch hölzern erscheinenden Dialogen vermittelt, was sehr aufgesetzt wirkt.
Der Krimi-Fall wird nach und nach verwässert, als der Inspektor die Kartenschnapper jagt, und die Zusammenhänge mit der eigentlichen Geschichte werden eher durch Zufälle gehalten. Dabei hat Katoen die ganze Zeit keine Beweise in der Hand und folgt auch nicht wirklich einer Spur, was das Mitraten nahezu unmöglich macht. Der bereits erwähnte Zufall spielt dabei die ausschlaggebende Rolle, sowie Katoens an den Haaren herbeigezogenen Vermutungen.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, werden nahezu lächerlich und man hat das Gefühl, einer schlechten Theaterinszenierung beizuwohnen.

Fazit: Ein gut geschriebener Roman, dessen Spannung sich leider im Sand verläuft und zum Ende hin immer unglaubwürdiger und zufälliger wird. Mehr Tiefe statt Aktion hätte diesem Buch gut getan.


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