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Die Tochter der Wanderhure




Die Tochter der Wanderhure
Iny Lorentz
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426662426
ISBN-13: 978-3426662427
720 Seiten
19,95 Euro



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Rezension von Olga A. Krouk


Trudi, Maries und Michels widerspenstige Tochter, ist verliebt. Der Mann ihrer Träume ist Georg von Gressingen, dem sie ihre Jungfräulichkeit geschenkt hat und der daraufhin versprach, das Mädchen zu heiraten. Trudis Welt dreht sich nur um den jungen Mann, während sich über der Burg Kibitzstein schwarze Wolken aufziehen und um ihre Bewohner Intrigen geflochten werden.
Auf der Hochzeit von Trudis Freundin Bona wird Michel hinterhältig ermordet. Sein Tod kommt den Feinden der Kitbitzsteiner nur zu günstig.


... Und somit sind die ersten 300 Seiten erzählt. Das ist ein Manko des Buches - der Anfang, den man aus dem Klappentext bereits kennt und der deswegen nicht viel Überraschendes bietet, zieht sich zu sehr in die Länge. Der Leser wird wunderbar in die mittelalterliche Welt eingeführt, ihm werden alle Figuren vorgestellt und man bewundert die ausführliche Recherche des Autorenpaars. Dennoch wünscht man sich etwas schneller voranzukommen und sich nicht so viele Namen merken zu müssen.
Erst als Trudi nach Graz aufbricht, kommt der Roman in Schwung. Der Leser bangt um die taffe Protagonistin und die Spannung zieht sich bis zum Ende dieses Schmökers durch.


Dank der ausführlichen Recherche ist der Leser in der Lage, das Mittelalter hautnah mitzuerleben, und man wird in den einigen historischen Ereignissen unterrichtet. Spannender wird es allerdings erst, wenn es um die Figuren und ihre Belange geht: Wird Bonas Bräutigam ihren Betrug merken? Wird Trudi dem üblen Angriff des Vogts des Damenstifts entgehen?
Der Stil von Iny Lorentz ist auktorial und man muss sich erstmal daran gewöhnen, von einer Figur in den Kopf der anderen zu springen.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn nicht jeder von ihnen die nötige Tiefe aufweisen kann, was bei der Figurenmenge nicht weiter verwunderlich ist. So richtig lieb konnte ich allerdings keine Figur gewinnen.

Wer die ersten drei Bände der Reihe nicht kennt, muss nicht traurig sein. „Die Tochter der Wanderhure" können auch diejenigen lesen, die die Vorgeschichte verpasst haben. Informationen, die für das Verständnis notwendig sind, werden an den richtigen Stellen geliefert.

Fazit: Ein weiteres Buch ganz im Stil von Iny Lorentz, den man entweder mag oder nicht. Wer das Autorenpaar kennt, weiß, worauf er sich einlässt: eine beeindruckende Recherche und eine spannende Geschichte, die allerdings ihre Zeit braucht, um in den Schwung zu kommen.



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