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Die Gier war grenzenlos


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Die Gier war grenzenlos

Anne T.
Verlag: Econ Verlag
ISBN-10: 3430200822
ISBN-13: 978-3430200820
200 Seiten
18,00 Euro


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Rezension von Edelgard Kleefisch

Anne T. war jahrelang gut verdienende Dervirate-Brokerin einer Investmentbank in Frankfurt, bevor sie Gewissensbisse plagen und sie ihren Job hinschmeißt. Dabei stand ihr Entschluss sich in der hochbezahlten Riege als die Queen of money zu etablieren schon früh fest. Bereits im Kindesalter erkennt Anne T., dass Geld für sie eine unsagbar wichtige Rolle spielt.

Mit einem Diplom der Bestnote, vier Sprachen, Praktika in London und Frankfurt stand ihrem Ziel einer Anstellung im Handelsraum einer Investmant-Bank nichts mehr im Weg. Hier wurden die riskoreichen und raffinierte Risikopapiere strukturiert, die kaum jemand zu durchschauen mag. Exotische Dervirate  und Phantasieprodukte, die selbst von Bank- und Fondsmanagern ein Buch mit Sieben Siegeln waren, bescherten der Bank Profite in Milliardenhöhe und natürlich verdiente Anne T. auch kräftig daran. Eine Sucht wie sie selbst zugibt.

Das Buch sollte eigentlich zur Pflichtlektüre eines jeden Bankkunden gehören. Die Autorin entführt den Leser nicht nur in die Welt der Hochfinanz, sondern klärt auch auf, welche Verkaufsstrategien gefahren werden, um diese Riskopapiere sogar in das Depot der Privatanleger zu bringen. Der Berater in der Bankfiliale, dem man es kaum verdenken kann, dass er ebenfalls unwissend ist, hat den Auftrag diese undurchschaubaren Produkte zu offerieren. Dass er damit die Alterssicherung der Kunden gefährdet, spielt hier keine Rolle, Hauptsache der Profit stimmt. Hotlines, die für Fragen von Anleger eingerichtet wurden, waren nach Anne T., teilweise gar nicht, oder mit Praktikanten besetzt. Eine Barbarei unter dem Mantel der Seriosität, die man bei einer Bank nicht vermutet.

Aber nicht nur Privatanleger gehörten zu den Opfern. Auch Fondsmanager und Vertreter der Kirche waren der Gier verfallen. Der Gier nach Geld, bei der jeglicher Verstand ausgeschaltet, oder Warnungen außer acht gelassen wurden.

Anne T. beschreibt die Sorglosigkeit, mit der die Banken Unternehmen in der Boom-Phase des Neuen Marktes Unternehmen an die Börse brachten. Innerhalb weniger Monate waren diese Firmen börsenreif. Das Risiko jedoch nicht kalkuliert, denn diese Neuer-Markt-Unternehmen lieferten keine Zahlen aus der Vergangenheit.

Fazit: Die Gier war grenzenlos ist ein Finanzkrimi, bei dem Täter und Opfer von vorneherein bekannt sind, die Spannung aber trotzdem durchweg auf dem Höhepunkt bleibt. Ein gutverständliches Aufklärungsbuch, das man unbedingt lesen sollte.

 

Ein Interview mit Anne T. im Manager Magazin

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