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Der Krüppelmacher




Der Krüppelmacher
Günter Ruch
Verlag: Zabern
ISBN-10: 3805338783
ISBN-13: 978-3805338783
492 Seiten
21,90 Euro



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Rezension von Edelgard Kleefisch


Der gelernte Wundarzt Matthäus Arnolds darf seinen Beruf als Chirurg nicht ausüben. Daher versucht er mit seiner Apotheke seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, was sich allerdings als sehr schwierig erweist. Seine finanzielle Lage ist sehr ernst und wenn er die Aufträge des Capitanos nicht hätte, würden sich sein Leben und das seiner Frau Esstgen als noch schwieriger gestalten. Die Aufträge die erhält – Menschen zu verstümmeln, damit diese höhere Einnahmen beim Betteln erzielen. Seine Arbeit die er an den armen Menschen ausführt, verabscheut er, denn die Menschen die zu ihm kommen oder gebracht werden, gehören zu den ärmsten Schichten der Gesellschaft. Wer sich hinter dem Capitano verbirgt weiß Arnolds nicht. Auch wenn die Zahlungen nicht immer regelmäßig erfolgen, so hat er doch keine andere Wahl.
Alles wird noch komplizierter für Arnolds, durch die Begegnungen mit Judith, einer jungen Patrizierwitwe und dem verkrüppelten Bettelmädchen Liza.

Günter Ruch hat einen Roman verfasst, der Ende des 14. Jahrhunderts angesiedelt ist. Seine Schilderungen der Zeit sind sehr schockierend. Die Atmosphäre scheint authentisch, genauso muss man sich das Leben zur damaligen Zeit vorstellen, der Überlebenskampf der Ärmsten unvorstellbar grausam. Da der Autor seine Geschichte als Ich-Erzähler erzählt, zieht so die Aufmerksamkeit deutlich stärker auf seinen Protagonisten Matthäus Arnolds. Er lässt den Leser seinen Ekel mitfühlen, gibt Einblicke in seine Gedanken und Gefühlswelt, wenn er seine Arbeit ausführt, entführt ihn unweigerlich stärker ins Geschehen. Sämtliche Charaktere wirken einfach sehr lebensecht. Der Plot hat mich durchweg überzeugt.

Aber auch de Ausstattung des Buches aus dem Zabern-Verlag kann sich sehen lassen. Schutzeinband und Buchrücken sind gleich gedruckt, so kann der vorsichtige Leser, der den Umschlag zum Lesen entfernt sich trotzdem an dem Cover erfreuen.

Fazit: Der in der Ich-Perspektive erzählte Roman ist atmosphärisch sehr abwechslungsreich. Historie und Phantasie überzeugen in geglückter Kombination.



 

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